How will we breathe tomorrow?

Workshop mit Jessica Broscheit

Was ist dieses unsichtbare Element „Luft“, das wir weder sehen noch schmecken, nur manchmal riechen, und von dem wir uns – selbst in Verbindung mit Liebe – nicht ernähren können, für unsere Existenz aber elementar ist und uns mit allem und jeden innerhalb der Atmosphäre unseres Planeten verbindet?
Ein Netz, eine riesige Matrix, über dieses Erdenrund ausbreitet, fließend aber doch hermetisch, gibt und nimmt sie Leben, verbindet uns mit längst untergegangenen Kulturen, Menschen und Ereignissen (mit jedem Atemzug atmen wir heute noch im Schnitt zehn Atemmoleküle ein, die Cäsar bei seinem berühmten Ausruf: „Auch du, mein Sohn Brutus!“ ausgestoßen hat, heißt es), verkündet aktuelle und künftige Katastrophen, setzt Erinnerungen frei, bereitet Lust und Wohlbehagen.

Wie aber können wir die in der Luft enthaltenen Informationen für uns sichtbar machen?

Einst waren Kanarienvögel die erzwungenen Begleiter der Bergarbeiter unter Tage. Die durch ihren Tod uns Menschen darauf hinweisen konnten, wo eine unsichtbare Gefahr lauert. Genauso einen elektronischen Kanarienvogel wollen wir gemeinsam bauen, um dem Unsichtbaren seine Tarnkappe zu entreißen, das Abstrakte konkret, das Verborgene sichtbar zu machen.

Dazu beginnen wir den Workshop mit einer Exkursion zu Hamburgs Luftmessstationen und sammeln neben den dort erhobenen Daten, persönlichen Reize und Empfindungen, um diese am zweiten Tag in einen individualisierten Luftdetektor zu überführen. Jessica Broscheit wird den Teilnehmenden zeigen, wie sich die gesammelten Informationen in eine andere Sprache (z.B. Klang) übersetzten lassen und anleiten einen visuell, haptisch und akustisch erfahrbaren Prototypen zu entwickeln.

Die Ergebnisse werden am 28. August im Fab Lab vorgestellt und vom 29.08. – 07.09.2016 im Künstlerhaus FAKTOR ausgestellt. Die Bauanleitungen werden im Anschluss der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Der Workshop findet mit freundlicher Unterstützung durch Prof. Dr. Kai von Luck, Dr. Susanne Draheim und dem Creative Space for Technical Innovations der HAW Hamburg statt.

Teilnahmebedingungen / Hinweise:

  • Es fällt keine Teilnahmegebühr an. Wir bitten um verbindliche Anmeldung!
  • Für die Exkursion am 26. August wird ein HVV-Ticket benötigt
  • Optional: Computer mit Arduino Open Source Software für den zweiten Workshop Tag
  • Der Workshop geht über zwei Tage, wobei die Teilnahme am zweiten Tag optional gewählt werden kann. Bitte melden Sie sich ebenfalls für den zweiten Tag verbindlich an, damit genügend Arduinos und Sensoren zur Verfügung stehen.
  • Es sind keine technischen Vorkenntnisse erforderlich!

 

Freitag, 26. August 2016, 14 – 18 Uhr
Einführung und Exkursion zu den Messstationen, sowie Abschlussgespräch.

Samstag, 27. August 2016, 11- 18 Uhr
Bau des Luftdetektors mit Arduino, Feinstaubzähler und anderen Sensoren. Nach der Ausstellung im Faktor kann der Luftdetektor mit nach Hause genommen werden. Wer seine Idee noch weiter entwickeln möchte, kann das Fab Lab St. Pauli nutzen.

Sonntag, 28. August 2016, ab 12 Uhr
Präsentation der Ergebnisse und A/D/A-Abschlussfeier.

Portrait-Jessica 1Jessica Broscheit arbeitet als Künstlerin und Designerin an Themen der Technologie und Wissenschaft. Ihr Gespür für kunstvolles und funktionelles Design ermöglichen eine visuelle Rhetorik, die in der Lage ist, Bilder zu erschaffen anhand derer sich die Verbindung der materiellen und der kognitiven Ebene offenbaren. Derzeit arbeitet Broscheit an ihrer Masterthesis an der HAW Hamburg, mit der sie die Frage ‘How will we breathe tomorow?’ stellt und sich mit sozialer Gerechtigkeit, Kritischem Design, der Allgegenwärtigkeit des Computers, Daten-getriebenen Objekten und ‚rapid prototyping‘ auseinandersetzt.

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