Der Prozess

Sieben Workshops, Vorträge, Präsentationen und eine Ausstellung auf St. Pauli in Hamburg zur kreativen Rückeroberung des Stadtraumes – Let’s outsmart the city!

A/D/A ist ein urbanes Künstler*innen-Forschungs- und Vermittlungsvorhaben, das in einem DIY-Festival mündet. Ziel ist es, digitale und analoge Praktiken und die Gestaltung des urbanen Zusammenlebens produktiv zusammen zu denken. A/D/A lädt Künstler*innen und Bürger*innen ein, sich kritisch mit den Versprechungen der “smart city” zu beschäftigen und eigene Ideen zu entwickeln, wie analoge oder digitale Technologien und Praktiken in der Stadt eingesetzt werden können – abseits von wirtschaftlichem Optimierungsstreben. A/D/A ist gefördert von der Kulturbehörde der Stadt Hamburg.

Das Programm aus Workshops, Diskussionsrunden, Vorträgen, Präsentationen und Screenings setzt sich aus drei Phasen zusammen:

 

Phase 1 – ANALYSE – 24. Juni

In einem Kurzsymposium an der Hamburg Media School verschafften wir uns einen Überblick über den Stand der Dinge in Sachen Digitalisierung, politische und Bürger-Initiativen in Hamburg. Wir lernten lokale Projekte und die Workshopideen der beteiligten Künstler*innen in Impulsvorträgen kennen, diskutierten und entwickelten sie weiter. Im Gespräch waren:

Jeremy Bailey (Künstler, Toronto), Benjamin van Bebber (Künstler, Hamburg), Jessica Broscheit (Künstlerin, Hamburg), Philipp Geisler (Coding Da Vinci Nord), Adam Harvey (Künstler, New York), Katharina Held (Stadtforscherin, HCU), Michael Hirdes (CCC), Tobias Holtz (CityScienceLab, HCU), Katrin Hovy (CityScienceLab, HCU), Kati Hyyppä (Künstlerin, Berlin), Filomena Krause (Künstlerin, Hamburg), Timo Lundelius (Code for Hamburg, we-build.city), Harald Neidhardt (MLOVE, FutureCityCampus, Hamburg), Mika Satomi (Kobakant, Künstlerin, Berlin), Claudius Schulze (Künstler, Hamburg).

 

Phase 2 – SPEKULATION / Das Festival – 25. – 28. August

In sieben Workshops von Künstler*innen für Menschen jeden Alters entwickeln wir Zukunftsszenarien für unsere Stadt und wenden digitale und analoge Technologien an, um über das Leben in der Stadt nachzudenken. Ziel der Workshops ist es, die Implikationen der Digitalisierung von Stadt zu diskutieren und digitale, analoge und künstlerische Praktiken zu vermitteln, die zu selbstorganisiertem und selbstdefinierten Einsatz dieser Praktiken befähigen. Gemeinsam entwerfen wir smarte Fashion für modebewusste Städter*innen, unterwandern Überwachungstechnologien oder entwickeln aus 100 spekulativen Absurditäten wirklich hilfreiche Prototypen für Alltag und Ausnahmezustand in der Stadt.

In einem Rahmenprogramm aus Vorträgen, Diskussionen, Screenings und mehr wurden im Fab Lab Fabulous St. Pauli die Gespräche vertieft und die Ideen weitergesponnen.

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Phase 3 – DISKUSSION / Die Ausstellung – 29. August – 07. September

Die Ergebnisse der Workshops werden in einer Ausstellung im Künstlerhaus FAKTOR vom 29. August bis 07. September veröffentlicht und zugänglich gemacht. Weitere Ausstellungsorte folgen.

 

 

A/D/A schließt sich außerdem an den Themenschwerpunkt KUNST UND DIGITALER AKTIVISMUS des Internationalen Sommerfestivals auf Kampnagel an. Weitere Informationen zum gesamten Festival-Programm unter http://kampnagel.de/internationales-sommerfestival.

 

Festivalzentrale

Fab Lab Fabulous St. Pauli
Fabulous St. Pauli, gegründet 2010, ist Teil eines globalen Netzwerks lokaler Werkstätten. Fab Labs, kurz für Fabrication Laboratories, sind offene Stadtteilwerkstätten, in denen das Selbermachen von Dingen eine neue, zeitgemäße Form findet. Mit computergestützten Geräten wie 3D-Druckern und Lasercuttern holen sie die Produktion zurück in die Stadt. Fab Labs fördern Erfindungen, indem sie die Werkzeuge für eine digitale Fertigung für alle zugänglich machen und leisten so einen Beitrag zur technischen Bildung.
Die Idee des Fabrication Laboratory geht auf die Initiative des Physikers Neil Gershenfeld vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) zurück, der 1998 die erste Werkstatt dieser Art eröffnete. Gershenfeld ging es gerade auch darum, Computerdesign, Kreativität und den Gebrauch von Fertigungsmaschinen in sozial schwächeren Communities zu fördern. Dieses Ziel verfolgt auch Fabulous St. Pauli. Als nicht-kommerzielle Werkstätten mit computergesteuerten Maschinen bieten die Fab Labs die Möglichkeit, ohne großen finanziellen Einsatz eigenen Ideen umzusetzen, Entwürfe zu realisieren und zu produzieren. Die gemeinnützigen Fab-Lab-Initiativen tragen damit zur technischen Weiterbildung bei.

 

Partner

Internationales Sommerfestival Kampnagel

Studiengang Digitale Medien – Leuphana Universität Lüneburg & Hamburg Media School

Chaos Computer Club e.V. Hamburg

Künstlerhaus FAKTOR

 

Team

Alexandra Waligorski ist eine der Initiator*innen von A/D/A, Kunsthistorikerin und Kuratorin mit dem Schwerpunkt Medienkunst. Von 2010 bis 2012 war sie als Kunstvermittlerin und kuratorische Assistentin am Edith-Russ-Haus für Medienkunst in Oldenburg. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin betreute sie von 2012 bis 2014 das Arts Program der Leuphana Universität Lüneburg und war Teil des Projektteams
“Art and Civic Media”, das sich mit der Schnittstelle von Kunst und zivilgesellschaftlichem Aktivismus befasst hat. Derzeit promoviert sie an der Leuphana Universität Lüneburg, wo sie Research Associate im Forschungsprojekt „Reconfiguring Anonymity. Contemporary Forms of Reciprocity, Identifiability and Accountability in Transformation“ ist.
Darüber hinaus kuratiert sie gemeinsam mit Jeanne Charlotte Vogt Ausstellungen, Workshops und Vortragsreihen für den NODE Verein zur Förderung digitaler Kultur (Frankfurt a.M.). Sie hat Kunstgeschichte und Islamwissenschaft in Hamburg, Damaskus und Posen studiert.

Jeanne Charlotte Vogt ist eine der Initiator*innen von A/D/A, Kuratorin und interessiert sich für Digitalen Medien, Creative Technologies und Kunst. Seit 2010 arbeitet sie für den NODE Verein zur Förderung digitaler Kultur (Frankfurt a.M.) sowie seit 2013 als Teil von Motion Bank, einem Forschungsprojekt zum Einsatz von Technologie im zeitgenössischen Tanz. Mit ihren Projekten geht sie der Frage nach, ob und wie inter- und transdisziplinärer Austausch und Forschen möglich ist und produktiv sein kann. Als Quereinsteigerin in die Kunst ist ihr Hauptanliegen jedoch die Vermittlung von Diskursen und Ideen zwischen den Disziplinen: Zwischen Kunst, Wissenschaft, praktischen Anwendern und der Öffentlichkeit. Als Kuratorin des NODE Forum for Digital Arts hat sie 2015 gemeinsam mit Alexandra Waligorski das künstlerische Programm des NODE15 und die Ausstellung “The Informed Body” gestaltet, die mit 22 künstlerischen Projekten die zunehmende Verflechtung von Körper und Technologie diskutiert hat. An der Leuphana Universität in Lüneburg lehrt sie im Bereich Kulturwissenschaften. Studiert hat sie an der Friedrich Schiller Universität Jena und der Università degli Studi Roma Tre im Bereich Wirtschaftswissenschaften, Interkulturelles Management, Betriebswirtschaftslehre und Innovationsökonomik mit dem Abschluss Diplom.

Axel Sylvester ist einer der Initiator*innen von A/D/A. Axel Sylvester hat Wirtschaftsinformatik an der Universität Hamburg sowie Technologie- und Innovationsmanagement der Universität Bremen studiert. Axel Sylvester arbeitet und forscht an den Themen Internet, Tangible Interaction (be-greifbare Interaktion), Physial Computing und an den Möglichkeiten, Technisches und Menschliches zu kombinieren. Seit 2009 Veranstaltung von Workshops zu den Themen “Zukunft”, “Smart Materials”, “Game Prototyping” und “Fab Labs”. Axel Sylvester gründete 2011 zusammen mit weiteren Interessierten den gemeinnützigen Verein Fab Lab Fabulous St. Pauli e.V. In diesem Zusammenhang Durchführung zahlreicher Veranstaltungen und Workshops zum Thema Digital Fabrication.

Jeanne Charlotte Vogt, Alexandra Waligorski und Axel Sylvester sind gemeinsam Initiator*innen und Organisator*innen des Netzwerktreffens “Creative Technologies and Media Arts Meetup Hamburg”, bei dem sich Hamburger Künstler*innen, Designer*innen und Tüftler*innen über den kreativen und undisziplinierten Umgang mit Technologie austauschen.

Katharina Held ist unsere Stadtforscherin im Team. Sie studierte Soziale Arbeit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und Kultur der Metropole an der HafenCity Universität in Hamburg. Ihren MSc in Urban Studies schloss sie am University College in London ab. In Ihrer forschenden Arbeit setzt sie sich verstärkt mit dem Zusammenhang von Stadt und Nahrungsmitteln, alternativen Konsumpraktiken und Alltagskultur auseinander. Zuletzt hat sie eine Pilot-Forschung zur Beschulung syrischer Flüchtlinge in Deutschland durchgeführt. Derzeit ist sie als Lehrbeauftragte an der HafenCity Universität Hamburg tätig.

Gestaltung: Michal Zak
Web-Gestaltung: Florian Egermann
Foto-Credits: Woeishi Lean